FungalFibers – Biologisch abbaubare, antibiotisch wirkende, in Lösung gesponnene Chitosanfasern aus einem zuverlässigen, reproduzierbaren und hochgradig skalierbaren Produktionsverfahren auf der Grundlage von Pilzbiomasse aus Fermentationsprozessen
Projektdaten
Projektkoordinator:
- Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen
Projektpartner:
- Technische Universität Berlin
- adidas AG
- FALKE KGaA
- TVU Textilveredlungsunion GmbH
- Spinnerei Lampertsmühle
Laufzeit:
* 01.01.2024 – 30.06.2025
Wertschöpfung
Rohstoffe
- Abfallstrom aus der industriellen Fadenpilzzucht oder direkt aus industrieller Fadenpilzzucht
Produkte und Verwertung
- Chitosan für die Herstellung von Naturfasern für textile Anwendungen
Kurzbeschreibung
Ziel ist die Entwicklung einer völlig neuen Prozesskette zur Herstellung von biobasierten, veganen Textilien aus Chitosanfasern (Filament- und Stapelfasergarne). Chitosan ist chemisch eng mit Chitin verwandt. Es kommt in der Natur in einer Vielzahl von Quellen vor: Insekten, Krabben- und Flusskrebsschalen und als strukturbestimmender Zellwandbestandteil aller Pilze.
Daher kann Chitin aus Nebenprodukten der Krabbenfleischproduktion, aus Insektenprotein oder aus Abfällen von Pilzbiomasse aus industriellen Prozessen gewonnen werden. Chitosan wiederum kann leicht aus Chitin durch Deacetylierung hergestellt werden.
Ergebnisse
- Reststoffe der industriellen Pilzproduktion können als Rohstoff für Polymere genutzt werden; nutzbarer Anteil zwischen 5-15 % perspektivisch bis zu 30 %.
- Pilzbasierte Polymere zeigen hohe Materialqualität und eignen sich sehr gut für Textilien, teils mit besseren Eigenschaften als petrolbasierte Fasern.
- Produktion ist ressourcenschonend, benötigt keine neuen Anlagen, verzichtet auf problematische Chemikalien und liefert vollständig biologisch abbaubares Material.
- Erste Demonstratoren wurden hergestellt und bestätigen die Eignung des Materials für textile Anwendungen.
- Der neue Produktionsprozess gilt als technisch sehr leistungsfähig und wirtschaftlich attraktiv.